27 June 2026, 14:06

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs Femizid-Witz löst Empörung und Debatte über Satire-Grenzen aus

Der Komiker Dieter Nuhr hat mit einem Witz über Femizide in seinem jüngsten ARD-Programm heftige Kritik ausgelöst. In der als geschmacklos empfundenen Nummer schlug er vor, Frauen sollten potenzielle Partner gründlicher prüfen, um Ermordungen zu vermeiden. Öffentlich-rechtliche Sender stehen seitdem in der Kritik, solche Inhalte ausgestrahlt zu haben.

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In der Sendung behauptete Nuhr, Femizide seien kein strukturelles Problem, sondern ein seltenes Ereignis. Anschließend „scherzte“ er, Parkplätze seien „systematisch zu klein“ für Frauen. Die Äußerung wurde weitreichend verurteilt, da sie ein ernstes Thema verharmlose und schädliche Klischees reproduziere.

Nuhr riet Frauen zudem, ihre Partner vor dem Sex besser kennenzulernen, um Morde zu verhindern. Kritiker warfen ihm vor, damit die Schuld von Tätern auf Opfer zu verschieben. Seine Comedy zielt häufig auf Frauen als Witzobjekt ab – ein Muster, das bereits mehrfach in der Kritik stand.

Der ARD-Sender rbb erkannte die Vorwürfe an, verteidigte die Ausstrahlung jedoch mit Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit. Viele Zuschauer empfanden den Witz hingegen weder witzig noch geistreich oder tiefgründig.

Die Debatte wirft grundsätzliche Fragen zu den Grenzen der Satire auf. Die meisten von Männern getöteten Frauen werden von aktuellen oder ehemaligen Partnern ermordet – nicht von Fremden. Nun sehen sich öffentlich-rechtliche Sender mit der Frage konfrontiert, welche Verantwortung sie bei der Verbreitung solcher Inhalte tragen.

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