Deutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen
Elisa GudeDeutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen
Deutschland steht vor einem wachsenden Arbeitskräftemangel – neue Prognosen deuten auf einen deutlichen Anstieg unbesetzter Stellen hin. Eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) geht nun von einem Fehlbestand von rund 4,3 Millionen Arbeitskräften bis zum Jahr 2036 aus. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber der bisherigen Schätzung von knapp 3 Millionen im Jahr 2024.
Noch im Jahr 2024 hatte das IW lediglich ein moderates Wachstum der Arbeitsnachfrage bis 2040 vorhergesagt. Die aktuellen Zahlen zeichnen jedoch ein weitaus düstereres Bild: Bis 2036 werden nur 9,8 Millionen Menschen ins erwerbsfähige Alter kommen, was eine Lücke von 4,3 Millionen Arbeitskräften hinterlässt. Zudem wird das potenzielle Arbeitskräfteangebot voraussichtlich um 6,9 Prozent schrumpfen – von 55 Millionen im Jahr 2025 auf 51,2 Millionen im Jahr 2036.
Als Gründe für die nach oben korrigierte Prognose nennt der Bericht restriktive Migrationspolitik sowie ein nachlassendes Interesse an Deutschland als Arbeitsstandort. Um den Mangel zu beheben, empfiehlt das IW, den Arbeitsmarkt durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte zu erweitern und stärker auf inländische Potenziale zu setzen – insbesondere auf Frauen mit Migrationshintergrund. Zudem schlägt das Institut vor, die individuellen Arbeitszeiten zu erhöhen und Arbeit durch finanzielle Anreize attraktiver zu gestalten, etwa durch Steuersenkungen und geringere Sozialabgaben.
Laut separaten Daten des Statistischen Bundesamtes wird die Bevölkerung Deutschlands bis 2045 um 2,9 Prozent auf etwa 81,1 Millionen sinken.
Die überarbeiteten Prognosen unterstreichen die Verschärfung der Arbeitsmarktkrise. Ohne politische Kurskorrekturen wird die Zahl der Erwerbstätigen weiter zurückgehen und der Fachkräftemangel sich vertiefen. Die vom IW vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Folgen abzumildern – durch höhere Erwerbsbeteiligung und die Gewinnung externer Talente.






