05 May 2026, 02:16

Deutsche Unternehmen scheitern an der Umsetzung digitaler Souveränität

Eine kreisförmige Wortwolke mit \"Information Security\" in verschiedenen Sprachen, angeordnet nach Größe und Farbe von hell nach dunkel blau, die ihre Bedeutung in Geschäftsprozessen hervorhebt.

Deutsche Unternehmen scheitern an der Umsetzung digitaler Souveränität

Neue Studie offenbart Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei der digitalen Souveränität deutscher Unternehmen

Obwohl 92 Prozent der Unternehmen digitale Souveränität als wichtig erachten, verfügt nur jedes fünfte (21 Prozent) über eine klare Strategie zu deren Umsetzung. Dies geht aus dem Digital-Souveränitäts-Index (DSI) hervor, den die Adesso SE und das Handelsblatt Research Institute erstellt haben.

Deutsche Firmen bewerten ihre aktuelle Reife in Sachen digitaler Souveränität im Schnitt mit 65,8 Prozent – ihr angestrebtes Ziel liegt jedoch höher, bei 77,8 Prozent. Sie suchen damit einen Ausgleich zwischen Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch bleibt die Verantwortung oft in den IT-Abteilungen hängen: 46 Prozent der Unternehmen beschränken sich auf Cloud- und Sicherheitsmaßnahmen, und nur jedes vierte bindet die Geschäftsführung in Entscheidungen zur digitalen Souveränität ein.

Die Studie zeigt zudem eine starke Abhängigkeit von ausländischen Anbietern auf. Viele Unternehmen setzen bei Cloud-Diensten, Software und KI-Tools auf nicht-europäische Partner. Gleichzeitig wären 80 Prozent bereit, für souveräne Alternativen einen Aufpreis zu zahlen – im Schnitt 17 Prozent mehr.

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Mark Lohweber, Vorstandsvorsitzender der Adesso SE, betonte, dass digitale Souveränität längst kein optionales Thema mehr sei. Sie sei vielmehr ein entscheidender Faktor für zukünftiges Wachstum und die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine deutliche Lücke zwischen Erkenntnis und Umsetzung: Die meisten Unternehmen schätzen digitale Souveränität zwar hoch ein, doch fehlen strukturierte Pläne zu ihrer Erreichung. Angesichts der anhaltenden Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern könnte die Bereitschaft, in souveräne Lösungen zu investieren, künftige Strategien prägen.

Quelle