20 March 2026, 18:10

Christian Ulmen in Missbrauchsvorwürfen verstrickt: Ex-Frau bricht Schweigen

Schwarzes und weißes Magazin-Cover mit der Überschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau zeigt, die wegsieht und schmunzelt.

Christian Ulmen in Missbrauchsvorwürfen verstrickt: Ex-Frau bricht Schweigen

Deutscher Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm verstörendes Verhalten vor, darunter die Vortäuschung ihrer Identität im Internet sowie die Verbreitung expliziter Inhalte ohne ihre Zustimmung. Die Anschuldigungen haben die Debatte über Grenzen in der Comedy und den Umgang mit Frauen in der Unterhaltungsbranche neu entfacht.

Ulmen war bekannt für umstrittene Formate wie Wer will meine Freundin vögeln? und Mein neuer Freund, in denen der Humor oft auf derb-sexualisierten und geschmacklosen Szenarien beruhte. Nun werfen Fernandes' öffentliche Aussagen ein düsteres Licht auf sein früheres Schaffen.

Mitte der 2000er spielte Ulmen in Mein neuer Freund mit, einer Reality-ähnlichen Show, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" verkörperte. Das Konzept sah vor, dass Frauen ihn ihren Familien vorstellten, woraufhin er sich absichtlich unmöglich benahm. Teil des Formats war auch Wer will meine Freundin vögeln?, ein Spiel, bei dem Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte – verbunden mit demütigenden Aufgaben. Frauen, die bis zum Ende durchhielten, erhielten eine Geldsumme.

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Später, in der Serie Jerks. (2017–2023), spielten Ulmen und Fernandes überzeichnete Versionen ihrer selbst als geschiedenes Paar. Der Humor lebte von Provokation, mit sexualisierten und taktlosen Verhaltensweisen, die oft soziale Grenzen überschritten. Eine wiederkehrende Figur war Alexander von Eich, ein reicher, dominanter Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock kontrollierte.

Fernandes wirft Ulmen nun vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt, pornografisches Material verbreitet und sogar TelefONSEX geführt zu haben, während er sich als sie ausgab. Sie bezeichnet sein Handeln als "virtuelle Vergewaltigung" und behauptet, er habe wiederholt ihre Grenzen missachtet. Nach ihren Aussagen wurde die Serie Jerks. von den Streaming-Plattformen entfernt.

Ihre Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Frauen, die über Missbrauchserfahrungen in der Unterhaltungsindustrie berichten. Online wird dabei häufig auf den Satz der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot Bezug genommen: "Die Scham muss die Seite wechseln."

Die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes wurde 2010 öffentlich – damals hinterfragten manche Beobachter ihre Partnerwahl. Heute lenkt ihr Bericht den Fokus auf sein angebliches Fehlverhalten hinter den Kulissen.

Fernandes' Vorwürfe haben dazu geführt, dass Jerks. nicht mehr verfügbar ist, und die öffentliche Meinung wendet sich zunehmend gegen Ulmens Art von Humor. Der Fall zeigt, wie einst als "grenzwertige Comedy" abgetane Unterhaltungsformate heute unter den Aspekten von Zustimmung und Ausbeutung neu bewertet werden.

In Online-Diskussionen wird das Thema zunehmend als Teil eines größeren Musters gesehen: Männer in Machtpositionen, die Frauen missbrauchen – sowohl vor als auch hinter der Kamera. Wie sich die Vorwürfe weiterentwickeln, bleibt abzuwarten, doch die Debatte hat sich bereits grundlegend verändert.

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