CDU und Grüne liefern sich erbitterten Streit um altes Hagel-Video und Sexismus-Vorwürfe
Jenny KühnertCDU und Grüne liefern sich erbitterten Streit um altes Hagel-Video und Sexismus-Vorwürfe
Ein politischer Streit ist zwischen CDU und den Grünen um ein Video aus dem Jahr 2018 entbrannt, in dem der Kanzlerkandidat Manuel Hagel zu sehen ist. Die grüne Abgeordnete Zoe Mayer teilte den Clip und befeuerte damit erneut Vorwürfe wegen Sexismus. Die CDU konterte mit dem Vorwurf, Mayer und ihre Partei würden eine Diffamierungskampagne führen.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Hagels Äußerungen über eine Studentin namens Eva bei einer früheren Veranstaltung. Die CDU verteidigte seitdem ihre Bilanz, während Kritiker auf die Geschichte der Partei mit spaltenden Wahlkampfmethoden verweisen.
Der Konflikt eskalierte, als Zoe Mayer ein Video veröffentlichte, das Manuel Hagel bei einer Diskussion über sein Treffen mit der Studentin Eva im Jahr 2018 zeigt. In den Aufnahmen zogen Hagels Bemerkungen über das Äußere der jungen Frau Kritik auf sich. Mayer argumentierte, solche Aussagen seien unangemessen und spiegelten ein Muster sexistischen Verhaltens wider.
Die CDU wies die Vorwürfe umgehend zurück und behauptete, Mayer und die Grünen würden eine gezielte Schmierenkampagne gegen Hagel inszenieren. Unionspolitiker bestanden darauf, das Video werde unfair genutzt, um den Ruf ihres Kandidaten zu schädigen. Mayer und ihre Partei wiesen die Anschuldigungen zurück und betonten, der Clip zeige lediglich problematische Aussagen einer öffentlichen Person.
Die Kontroverse entsteht vor dem Hintergrund der eigenen umstrittenen Wahlkampfstrategien der CDU. Frühere Beispiele umfassen Angriffe auf Juristen, politische Gegner und Minderheitengruppen, etwa unter Schlagzeilen wie "Kollateralschäden am Verfassungsgericht" oder "Habecks Heizungs-Hammer". Kritiker werfen der Partei zudem vor, sie bediene sich einer "MAGA-ähnlichen" Rhetorik – systematische sexistische oder diskriminierende Methoden gegen Gegner wurden ihr jedoch nicht nachgewiesen.
Das sogenannte Rehaugen-Video, das Hagels Begegnung mit Eva aus dem Jahr 2018 zeigt, taucht zu einem brisanten Zeitpunkt wieder auf. Während die CDU bereits unter Druck steht, Skandale in den eigenen Reihen unzureichend aufgearbeitet zu haben, unterstreicht dieser neue Eklat die anhaltenden Spannungen zwischen der Partei und ihren Gegnern über die ethischen Grenzen im Wahlkampf.
Die Auseinandersetzung zwischen CDU und Grünen bleibt vorerst ungelöst. Mayers Entscheidung, das Video zu teilen, lenkt weiterhin die Aufmerksamkeit auf Hagels frühere Aussagen, während die CDU weiterhin jede Schuld von sich weist. Der Vorfall nährt die grundsätzliche Debatte über politisches Anstandsverhalten und die Grenzen zulässiger Wahlkampfmethoden in der deutschen Politik.