Bundestagsabgeordnete setzen auf LinkedIn für direkte Bürgerkommunikation
Elisa GudeBundestagsabgeordnete setzen auf LinkedIn für direkte Bürgerkommunikation
Deutsche Politiker entdecken zunehmend LinkedIn, um Updates zu teilen und mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten. Stand 22. Juli 2025 verfügen mehr als die Hälfte der 630 Bundestagsabgeordneten über ein Profil auf der Plattform. Über zwei Drittel von ihnen sind aktiv und posten regelmäßig – dabei zeigt sich die Unionsfraktion besonders präsenzstark im Netz.
Ein besonders aktives Mitglied ist Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, der allein in den letzten vier Wochen über 30 Beiträge geteilt hat.
Insgesamt nutzen mittlerweile 331 Bundestagsabgeordnete LinkedIn. Davon haben 209 in den vergangenen drei Monaten mindestens dreimal gepostet – ein Zeichen für kontinuierliches Engagement. Die Unionsfraktion bleibt die mit Abstand aktivste Gruppe: Mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder veröffentlicht regelmäßig Inhalte.
Die Plattform dient Politikern zudem als wichtiges Instrument der politischen Kommunikation. Abgeordnete nutzen sie, um Positionspapiere, Medienbeiträge, Projektfortschritte und offizielle Stellungnahmen zu verbreiten. Für viele ist LinkedIn erste Anlaufstelle, um direkt mit Wählern und Interessengruppen in Kontakt zu treten.
Doch nicht nur die Politiker selbst sind auf LinkedIn präsent: Auch mehr als ein Drittel der Mitarbeiter aus Abgeordnetenbüros unterhält dort Profile. Das erleichtert den Zugang zu Informationen und stärkt die Kommunikationskanäle zwischen Volksvertretern und Bürgern.
Allerdings ist die Zahl der aktiven Abgeordneten auf LinkedIn im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode leicht zurückgegangen. Dieser Rückgang hängt unter anderem damit zusammen, dass die Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sind, während AfD und Linke Sitze hinzugewonnen haben. Zudem haben viele ehemalige Abgeordnete das Parlament verlassen, was die Gesamtaktivität verringert.
Christian Hirtes jüngste LinkedIn-Präsenz verdeutlicht, wie die Plattform für politische Öffentlichkeitsarbeit genutzt wird. Der Großteil seiner geteilten Inhalte stammt von Verbänden, Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen – ein Spiegel seiner politischen Schwerpunkte. Seine Aktivität zeigt, wie Politiker das Netzwerk nutzen, um zentrale Botschaften zu verstärken und sich mit Wirtschaftskreisen zu vernetzen.
LinkedIn bleibt ein zentraler Baustein der politischen Kommunikation in Deutschland. Regierungsparteien wie CDU/CSU und SPD sind dort weiterhin stark vertreten. Die Plattform ermöglicht es Abgeordneten, erreichbar zu bleiben und über ihre Arbeit zu informieren. Mit wachsender digitaler Interaktion wird ihr Einfluss auf die politische Öffentlichkeitsarbeit und den Austausch mit der Bevölkerung voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen.






