BUND stoppt Atommülltransporte aus Jülich – Gericht entscheidet im Dezember
Jenny KühnertGericht entscheidet über Transport von Atommüll - BUND stoppt Atommülltransporte aus Jülich – Gericht entscheidet im Dezember
Die Umweltschutzorganisation BUND setzt sich für einen Stopp der geplanten Atommülltransporte vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus ein. Sie hat beim Berliner Verwaltungsgericht einen Eilantrag eingereicht und argumentiert, dass die Transportvorhaben unzureichende Sicherheitsvorkehrungen aufweisen. Eine Entscheidung in der Sache wird bis Dezember erwartet.
Im Mittelpunkt des Streits stehen die Transporte von Castor-Behältern, die nach Ansicht des BUND erhebliche Risiken bergen. In der Klage wird auf mangelnden Unfallschutz, unzureichende Absicherung der Transportrouten sowie mögliche radioaktive Freisetzungen bei einer Entgleisung hingewiesen. Zudem kritisiert der Verband, dass im Genehmigungsverfahren aktuelle Erdbebenstandards nicht berücksichtigt und die Öffentlichkeit nicht ausreichend einbezogen wurde.
Der BUND betont, dass die Transporte keine echte Sicherheitsverbesserung brächten und gegen das Atomgesetz verstießen. Zur Untermauerung ihrer Position hat die Organisation 22.000 Seiten Verfahrensakten ausgewertet und wird bis Dienstag eine ausführliche Begründung nachreichen. Gefordert wird, dass keine Transporte beginnen dürfen, bevor das Gericht entschieden hat.
Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) hatte geplant, die Transporte noch vor Jahresende aufzunehmen. Doch nun hängt die Durchführung von der anstehenden Gerichtsentscheidung ab. Sollte der Eilantrag des BUND erfolgreich sein, würde die Transportgenehmigung vorläufig ausgesetzt – und die Transporte wären rechtlich nicht durchführbar.
Bis zur Gerichtsentscheidung im Dezember werden keine radioaktiven Abfälle verlagert. Die Verzögerung soll für mehr Transparenz sorgen und verhindern, dass die Polizei während der belasteten Weihnachtsmarktzeit zusätzlich beansprucht wird. Das Urteil wird zeigen, ob die umstrittenen Transporte stattfinden oder mit weiteren juristischen Hürden konfrontiert werden.