Bochum sucht neuen Kompromiss zwischen Taxis und Uber-Diensten bis Spätsommer
Mara VogtBochum sucht neuen Kompromiss zwischen Taxis und Uber-Diensten bis Spätsommer
Bochum überprüft derzeit seine Vorschriften für Taxis und Fahrvermittlungsdienste wie Uber. Die Stadt strebt einen faireren Ausgleich zwischen klassischen Taxiunternehmen und appbasierten Anbietern an. Eine Entscheidung über das neue Konzept soll bis zum Spätsommer fallen.
Die Diskussion über Regulierungsmaßnahmen für Fahrvermittlungsdienste wurde bereits in der Nachbarstadt Essen geführt. Im Januar 2025 führte Essen als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen einen Mindestpreis für Dienste wie Uber ein. Die neue Regelung besagt, dass deren Preise nicht mehr als sieben Prozent unter den Taxitarifen liegen dürfen – ein Schritt, der übermäßig niedrige Fahrpreise verhindern soll. Uber und andere Anbieter klagten gegen die Entscheidung und argumentierten, dass sich dadurch die Kosten für ihre Fahrten um bis zu 50 Prozent erhöhten. Die Änderung verringerte zudem den Preisunterschied zwischen Taxis und Fahrvermittlungsdiensten und verschob den Wettbewerb zugunsten der traditionellen Taxibranche.
Nun sucht die Bochumer Verwaltung nach einer eigenen Lösung. Statt strenger Preiskontrollen hat die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein neues Preismodell entwickeln soll. Die Ergebnisse werden nach den Sommerferien erwartet. Léon Beck, Vorsitzender der Bochumer FDP, plädiert dafür, dass sich Taxiunternehmen anpassen sollten – etwa durch flexiblere Preise. Sein Vorschlag umfasst niedrigere Tarife und vor der Fahrt vereinbarte Festpreise. Die FDP betont zudem, dass Fahrvermittlungsdienste nicht pauschal kritisiert werden dürften, und fordert einen offeneren Umgang mit dem Thema.
Anders als Essen mit seiner Mindestpreisregelung scheint Bochum einen anderen Weg einzuschlagen. Die Stadt erwägt Anpassungen der Taxivorschriften, statt den appbasierten Anbietern direkte Grenzen zu setzen. Die Verantwortlichen hoffen, dadurch faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, ohne die Kosten für Fahrgäste in die Höhe zu treiben.
Das Gutachten wird die endgültige Entscheidung Bochums prägen, die bis zum Spätsommer erwartet wird. Falls das neue Modell verabschiedet wird, könnte es den Wettbewerb zwischen Taxis und Fahrvermittlungsdiensten in der Stadt verändern. Die Ergebnisse könnten auch ähnliche Debatten in anderen deutschen Städten beeinflussen.






