Banaszak fordert Feminismus, der Männer aktiv einbezieht – doch stößt er auf Widerstand?
Jenny KühnertBanaszak fordert Feminismus, der Männer aktiv einbezieht – doch stößt er auf Widerstand?
Grünen-Chef Felix Banaszak wirbt für einen neuen Feminismus – einer, der Männer mit einbezieht. Seine Initiative kommt zu einer Zeit, in der sich junge männliche Wähler zunehmend rechtsextremen Parteien zuwenden, während junge Frauen eher linksliberale Optionen bevorzugen. In letzter Zeit spricht Banaszak gezielt Männer an – mit einer Mischung aus klarer Kritik und unterstützendem Dialog.
Erstmals versuchte er im Februar, junge Männer zu erreichen, als er im Playboy ein Interview mit feministischem Tenor gab. Später räumte er ein, sein Ansatz brauche mehr Ausgewogenheit: eine Kombination aus Entschlossenheit und Verständnis. Besonders beunruhigt zeigte er sich nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen Christian Ulmen wegen sexueller Übergriffe. Banaszak schämte sich für das Verhalten von Männern und forderte mehr Selbstreflexion.
In Krefeld besuchte er Vaterwelten, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet. Dort forderte er mehr Förderung und Räume, in denen Männer offen über Geschlechterfragen sprechen können. Seine Botschaft ist klar: Starre Geschlechterrollen schaden auch Männern – der Feminismus müsse sich daher auch ihren Kämpfen widmen, nicht nur denen der Frauen.
Die Debatte über Männlichkeit ist nicht neu. Vor 20 Jahren trug Torhüter Tim Wiese noch ohne Aufsehen Pink auf dem Platz. Doch heute zog Banaszaks pinkfarbene Bürowand Spott von einem Welt-Kolumnisten auf sich, der die Grünen zweimal wegen ihrer „Belehrungsattitüde“ kritisierte. Unterdessen riet der AfD-Politiker Maximilian Krah jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, in einem Video vor der Europawahl 2024 schlicht, „richtig“ zu wählen.
Banaszaks Strategie zielt darauf ab, die wachsende Kluft zu überbrücken. Während sich junge Männer vermehrt rechtsextremen Parteien zuwenden, unterstützen junge Frauen deutlich stärker linksliberale Gruppen. Indem er Männer in den feministischen Diskurs einbindet, will er die politische Debatte um Geschlechterrollen neu prägen – beginnend in der eigenen Partei.






